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Die Antwort ist: *Die Pferde*

Ich glaube daran, dass wir Menschen irgendwo "da oben" eine Seele haben, etwas das unsere Wege lenkt, uns durch das Leben führt und uns zeigt (sofern wir es sehen wollen) was für unser Leben vorgesehen ist. Wir haben immer eine Wahl, das ganz bestimmt. Aber manche Dinge präsentiert uns die Seele, weil sie sich erfahren will, weil sie etwas fühlen will, das es "da oben" nicht gibt. Wer schon mal auf der Seelenebene zu Besuch war, kennt das "Licht und Liebe"-Gefühl von da oben. Doch das kennt die Seele ja schon. Licht und Liebe sind wir (da oben) alle. Sie will mehr erfahren. Sie will was erleben. Deswegen kommt ein Teil von ihr auf die Erde als Körper mit Gefühlen und Gedanken, als menschliches Bewusstsein. Daran glaube ich. Und weil ich daran glaube, beschäftige ich mich seit einigen Jahren damit, was meine Seele für einen Plan für dieses Leben für mich hat. Manchmal ist ja das, was meine Seele mir vor die Füße knallt, nicht so toll für mich. Es fühlt sich sogar ziemlich sch... an. Sorry liebe Seele, da ist wohl was schief gegangen

Und so saß ich in den letzten Tagen wieder mal mit der Frage vor meiner Seele (wir treffen uns regelmäßig zu Klausuren): "Was willst du eigentlich von mir? Ich hab schon so ein wenig Panik mittlerweile, dass dein Plan für mein Leben mich einfach überfordert!" Denn genau das Gefühl habe ich manchmal. Ich bin immer bemüht meiner Seele zu entsprechen. Und erkannte da plötzlich, dass ich ihr "gefallen" wollte. Ich hab wohl aufgehört anderen Menschen gefallen zu wollen, aber meiner Seele will ich es schon Recht machen. Problemverlagerung. Gelöst ist die Sache mit dem Selbstwert dann wohl doch nicht so ganz...

Und dann war in meinem Kopf ganz plötzlich der Satz: "Es geht nicht darum, was du tun musst, damit du den Plan deiner Seele erfüllen kannst. So funktioniert das nicht. Die richtige Frage lautet: Was brauchst du, damit du deine Seele und deinen Körper verbunden sind. Denn um nichts anderes geht es hier. Was verbindet deinen Körper mit deiner Seele?" Auf diese Frage gibt es für mich eine Antwort: "Die Pferde". Alleine bei der Antwort kriege ich schon ein schlechtes Gewissen, denn da ist ja noch mein Sohn, mein Mann und auch meine anderen Tiere. Ich liebe meine Familie, alle. Und dennoch ist die Verbindung zu den Pferden anders. Das ist keine Konkurrenz, das ist ein sowohl - als auch. Ein Teil von mir ist dort zu Hause. Das darf so sein.

Seit vielen Jahren herrscht zwischen mir und den Pferden eine Bindung, die nur sehr schwer mit Worten zu beschreiben ist. Es ist ein Gefühl des vollen Bewusstseins. Bewusstsein für meinen Körper, meine Gefühle, meine Gedanken und auch meine Seele. Ich bin dann ganz und gar ich. Ich arbeite ja nicht nur mit meinen Pferden, sondern durfte auch viele andere (vor allem traumatisierte) Pferde begleiten. Von allen habe ich gelernt, ganz viel. Da war immer dieses "sich gegenseitig in die Augen schauen und ALLES wissen". Ich habe keine Geheimnisse vor Pferden - ganz ehrlich, du KANNST vor Pferden keine Geheimnisse haben. Es ist überlebenswichtig für sie, dass sie Energien lesen. Ihr Instinkt und ganz besonders das Fluchttier in ihnen erfasst in Sekundenbruchteilen, was in dir los ist. Es ist ein ihnen Raum geben, ihren Schmerz sehen, ihre Verletzungen wahr nehmen und respektieren. Mein 1. Pferd sagte vor vielen Jahren mal zu mir: "Es geht nicht darum, dass du meinen Schmerz weg machst, meine Verletzungen weg machst. Sie sind da. Das ist einfach so. Aber sie sind Vergangenheit. Hör auf in meiner Vergangenheit zu stochern. Das macht diese Verletzung nicht weg. Sei für mich hier und jetzt da. Behandle mich nicht wie das alte Pferd, sondern wie ein ganzes Pferd, das immer alles hatte, dem es gut geht. Denn es geht mir gut. Wenn du mit mir arbeitest, dann fühle ich, dass ich angenommen bin, dass ich so gesehen werde, wie ich bin, dass daran nichts Falsches ist. Würdest du mich verändern wollen, dann hieße das doch, dass ich nicht richtig bin, wie ich bin. Sei im Jetzt mit mir. Und wenn sich im Jetzt zeigt, dass ich Angst habe oder gegen dich arbeite, dann frage dich lieber, was macht mir JETZT Angst, warum arbeite ich nicht mit und kümmere dich darum."

Wenn ich mit meiner Stute ausreite, dann ist da dieses Gefühl von Sein, Getragen werden, Vertrauen, Hingabe, Mitgefühl, Liebe. Es ist Verbundenheit und Eins-Sein. Es sind zwei Teile eines Ganzen. Eines Ganzen, das es nur gibt mit genau diesen zwei Einzelteilen. Jeder Teil ist etwas Ganzes und doch ist das, was beide Teile verbindet ein noch größeres Ganzes, etwas Einmaliges. Wir haben diese Verbundenheit auch am Boden und auch beim Kutsche fahren. Doch wenn wir unsere Körper im Einklang bewegen. Unsere Energiesysteme sich in der Bewegung verbunden haben, die Energie der Erde zu pulsieren beginnt, dann entsteht Magie. Jeder kennt die Ängste des anderen, da sind keine Masken, die uns trennen. Wir sind beide verletzt vom Leben und unseren  Erfahrungen und wir heilen uns gegenseitig, indem wir uns sehen, unsere Herzen weit füreinander geöffnet haben. Wir lassen den anderen sein wie er ist, wollen ihn nicht reparieren oder verändern, wir sind einfach. Wir verletzen uns nicht, wir respektieren unseren Schmerz, achten unsere Grenzen. Unsere Kommunikation braucht keine Worte. Sie können das was ist nur schwer beschreiben. Die Gefühle sind unser Kommunikationsmittel. Von meinem Herz in ihr Herz und zurück. Verbunden. Jede von uns mit ihrer eigenen Seele und im Herzen miteinander - so entsteht unser gemeinsamer Herzensraum!

 

Und was brauchst du, um den Plan deiner Seele leben zu können?

Was verbindet DEINE SEELE mit DEINEM menschlichen Sein?

 

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